Mein Erster...unvergessen

Hunde gab es in unserer Familie immer, aber mit Einstein zog mein erster eigener Hund ein, ein schöner Schäferhund der mir viel Freude bereitet hat und meine Jugend sicherlich bereichert hat.
Leider erkrankte er schon früh an einer schweren HD, so daß er aus dem Hundesport herausfiel. Aber nach einer OP vertrieben wir unsrere Zeit mit langen Spaziergängen und lockeren Stöckchenspielen. Das weitläufige Spektrum der Hundebeschäftigung war mir damals leider noch nicht bekannt.
Im Alter von 9 Jahren bekam er dann eine schwere Form von Arthorse in eben diesem Ellbogengelenk. Anfänglich halfen leichte Schmerzmittel, aber die wurden dann immer höher dosiert und dann kamen stärkere Schmerzmittel und dann...
Ja dann, kam der Blut im Stuhl, weil die Medikamente den Magen angegriffen haben...
Laut meinem Tierarzt, wurde die anfangs "hilfreiche" Therapie nun zur Qual für meinen Hund und ich sollte darüber nachdenken, meinem Hund beim Sterben zu helfen. Wir dachten nach, lange und gründlich! Und schweren Herzens bin ich diesen letzen Schritt mit ihm gegangen. Ich hoffe bis heute, daß ich das Richtige getan habe.
BLUE

unsere jagende Spanierin
Im Januar 2001 zog die Husky-Mischlingsdame BLUE bei uns ein. Sie kam von einer Hilfsorganisation in Spanien über eine Pflegefamilie zu uns.
Sie war die erste Hündin in meinem eigentlich "rüdengeprägten" Leben.
Und ne Aktionwumme war sie schlechthin. Egal ob schwimmen, inlinern, radfahren oder Apportieren ohne Ende: Sie ist nicht kaputt zu kriegen. Dazu ihr großes ABER... sobald man mir ihr in Feld und Wiesen unterwegs war, war man als Zweibeiner nicht mehr existent. Ihren Jagdtrieb bekam ich niemals in den Griff und überhaupt hatte ich nie das Gefühl ihrem Bewegungsdran gerecht zu werden...
Irgendwann bekamen wir eine Anfrage von HuskyFans ohne Auto in der Eifel... sie wären nur zu Fuß unterwegs, stundenlang im Wald und so weiter und nach einigen Hin und Herüberlegungen haben wir entschlossen die Leute kennen zu lernen.
Sie schienen nett zu sein und Blue wich nicht von der Seite der jungen Frau...sie kümmerte sich gar nicht mehr um mich...Also dachte ich: vielleicht ist es besser so...und so gaben wir Blue dort hin. Ein großer Fehler...
Ca. 3 Monate später bekamen meine Tante (die Vermittlung lief über ihre TierschutzSeiten) Anrufe, daß Blue kaum noch rauskäme und geschlagen und mißhandelt würde. Wir sind sofort hingefahren und fanden Blue in einem erbarmungswürdigen Zustand...total zottelig, ein dicker Blähbauch, kaum noch Muskeln. Wir nahmen sie mit...
Aber es müssen heftige Dinge dort vorgefallen sein, sie war auf der einen Seite sehr ängstlich, duckte sich z. B. wenn ich mir nur den Schuh aufmachte und drückte sich unter den Tisch wenn die Stimmen zu laut waren. Auf der anderen Seite reagierte sie dann total angespannt und aggresiv wenn sie nicht "weg" konnte... es war zum heulen. Immer öfter knurrte sie die Kinder an oder schnappte sogar...
Dann kam der Tag X. Auf dem hocheingezäunten Gelände des Hundeplatzes wollte ich ihr endlich mal wieder etwas Freilauf gönnen. Und sie lief.... Geradewegs DURCH den Zaun zur Kleingartenanlage nebenan, ich hörte sie wuseln und wuschen. Irgendwann hörte ich was klirren.... in der zwischenzeit besorgten Vereinskameraden den Schlüssel zur Anlage und wir konnten sie dort suchen...
Irgendwann fanden wir sie in einem abgeschlossenen Putenstall, dessen Besitzer dann schnellstmöglich und auf Puschen angerast kam. Er meinte noch: DA kann sie nicht drin sein, da ist alles zu.... Konnte sie wohl: sie war durch die Glasscheibe gesprungen und hat dort drin 4 ausgewachsene 10 kg-Puter "geschlachtet".
Danach wurde es immer schlimmer, das Jagdfieber wurde zur Jagdmanie. Rudelregeln im Haus erkannte sie gar nicht mehr an, sie knurrte und schnappte immer öfter zu... Bis wir dann gemeinsam mit unserem Tierarzt entschieden haben, Blue auf ihre letzte Reise zu schicken. Sie ist in unseren Armen eingeschlafen und ich hoffe daß es dort wo sie nun ist so viele Jagdwiesen gibt, wie sie sie braucht zum glücklich sein.






